...für den ERHALT...


Geschichte des "Spritzenhauses"

 

Der geplante Abriss des Spritzenhauses in Niederreichenbach hat Unmut und Protest vieler Einwohner dieses Ortsteiles von Reichenbach ausgelöst.

Zum Verständnis dieser Gefühlslage möge ein kurzer geschichtlicher Abriss über die Entstehung der Niederreichenbacher Feuerwehr und damit des Spritzenhauses beitragen.

1925

Erbauung neues Feuerwehrdepot der Stadt Reichenbach an der  Nieskyer Straße

...daran sollte sich die damals selbständige Gemeinde Niederreichenbach beteiligen und jährlich eine bestimmte Summe zahlen

4.11.1925

Gemeindeversammlung im "Gerichtskretscham" (heute "Mäusebunker)

Beschluss ..Gründung einer eigenen freiwilligen Feuerwehr für die Gemeinde Niederreichenbach und dem Gutsbezirk Niederreichenbach (Niederhof)

Spontaner Beitritt von 25 aktiven und 20 inaktiven Mitgliedern

Sommer 1926

12.06.1926 Grundsteinlegung

31.07.1926 feierliche Einweihung und Übergabe der bereits erworbenen Ausrüstung    (bereits Ende 2015 erwarb die Gemeinde eine zwar gebrauchte, aber damals moderne Handdruckspritze für Pferdezug mit 100 m Druckschlauchfür 2050.00 RM.)

erste Einsätze waren: 

-bei Bränden im eigenen Ort

-Brand in Schöps

-beim Brand des Hotels "zur Sonne" in Reichenbach

-beim Brand der Holzmühle in Arnsdorf 

.....................................

 

2012

Auszug des letzten Feuerwehr-einsatzautos aus dem Spritzenhaus


eine lange Geschichte...das Ziel ..." ERHALTEN"

  • im Frühjahr 2012 wird bekannt, das das kleine Gebäude abgerissen werden soll (Grund: Hochwasserschäden, Ersatzneubau, Fördermittelbescheid,  Hochwasserschutzmaßnahme)
  • ...erster Unmut regt sich...erste Vorschläge zur Nutzung wurden öffentlich bekanntgemacht

...siehe SZ-Bericht vom 17./18.03.2012 und 03.05.2012

  • Januar 2013  Bürgermeister A. Böer teilt während der Neujahrsansprache  mit ..."die Entscheidung über den Abriss wird erst mit der Fertigstellung der Hochwasserrisikostudie gefällt.

...Neujahrsansprache 13.1.13

  • März 2013  in der Stadtratsitzung wird der Abriss beschlossen!

...Stadtratbeschlus Abriss Feuerwehrhaus

...siehe SZ-Bericht vom 23./24.03.2013, 05.04.2013

und 19.04.2013....(Auszug vom Artikel) ...Obwohl die Stadt schon eine Förderung der Abrisskosten beantragt hat, will sich der Stadtrat noch einmal mit dem Thema befassen. Das wird voraussichtlich im Sommer der Fall sein, denn bis dahin rechnet die Stadt mit einem Konzept für den Hochwasserschutz.

  • Unterschriften gegen den Abriss werden gesammelt (dabei unterschrieben ca. 100 Niederreichenbacher Bürger)
  • Mai 2013 die Kopie aller Unterschriften und ein Anschreiben wurde an alle Reichenbacher Stadträte geschickt.

Von KEINEM Stadtrat bekamen wir eine persönliche Rückmeldung!

  • Das Anschreiben und die Unterschriften waren Thema in einer nachfolgenden Stadtratsitzung...

Ergebniss:  ...eine Entscheidung wird mit Abschluss der noch offenen Hochwasserstudie gefällt

  • November 2013    ...die Hochwasserrisikostudie wird im Stadtrat vorgestellt und stellt fest...
Abriss des Feuerwehrhauses  (empfohlene Maßnahme mit geringen hydraulischen Auswirkungen, Priorität = vernachlässigbar,     Wirkungsbereich= Gering     

...siehe auch Folie 13 (unten rechts) der Studie ...Hochwasserkonzept Reichenbach

  • Dezember 2013    Bürgerfragestunde Stadtratsitzung... erneute Nachfrage wegen einer Entscheidung... Antwort lt. Bürgermeister "...steht weiterhin wegen Hochwasserschutzstudie aus..."
  • ab 775-Jahrfeier Stadt Reichenbach im Juni 2013 schmücken wir das kleine Haus (Jahreszeitlich und an Traditionen angepasst) stellen Blumenschalen und Bänken auf beziehen es in Bürgeraktivitäten ein  ( zB. Nikolausschmücken, Oberlausitz-Tag-Rundfahrt, Flenntippel-schnitzen....)

...siehe SZ Berichte vom 20.06.2013, 12.12.2013, 11.02.2014, 26.02.2014, 29.08.2014, 11.11.2014

  • Sommer 2014...Das Haus wird unter DENKMAL-Schutz gestellt!!
  • November 2014 ...Bekanntmachung des Denkmal-Status in Stadtratssitzung durch eine Bürgerin...dies war den Stadträten bis dahin nicht zur Kenntnis gelangt. Denkmalmitteilung erging bereits im Juni 2014 an die Stadtverwaltung!
  • im Dezember 2014 kamen kurze Gespräche mit 3 Stadträten zustande...
  • Februar 2015 ...Stadtratsitzung...Beschluß (es gab nur einen -Diesen- Vorschlag)
Beschluß lautet
  •  ...Zum Erhalt des "alten Spritzenhauses" müssen die Bürger bis Ende August 2015 einen gemeinnützigen Verein gründen, erhalten ein Teilflurstück mit dem Haus zum symbolischen Wert von 1 Euro, sind für den Erhalt und die Belebung zuständig, müssen die Vermessungs-und Notarkosten tragen (lt. Bürgermeister A. Böer Kostenangebot ca. 3200 Euro),

Stadtratbeschluß (Heimatrundschau März 2015)

  • sonst...???

Fazit für die allseits geschriebene gewollte Bürgerbeteiligung und -initiative:

...nach fast 3 Jahren

...ohne! vorher konstruktive Gespräche mit! den Bürgern geführt zu haben (zB. über verschiedene Möglichkeiten der Nutzung und/oder Übernahme, finanzielle Möglichkeiten, Verkauf/Verpachtung an Interessenten...usw.)

Auf den ersten Blick vielleicht ...ein entgegenkommendes "bürgernahes tolles" Angebot. 

 

Wo bleibt in diesem Fall die Verantwortung der "Stadtväter" gegenüber den örtlichen Denkmälern, und die Unterstützung der, zu dessen Erhalt, gewillten Bürger??

 

Wir werden uns über unsere Möglichkeiten, dieser einzig gemachten Aussicht des Erhalts beraten.

  

„Eine demokratische Gesellschaft erweist sich als solche auch darin, inwieweit sie die Aneignung von Werten der Heimat ermöglicht und fördert“

(aus der Denkschrift des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz zur Heimaterziehung)

 

Im November 2015 wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet.